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Spurensuche | Tania Raschied & Faek Rasul

Freitag, 28.10.2016 * 19:30 Uhr

SPURENSUCHE
VERNISSAGE

Zur Ausstellung spricht Prof. Ulrich Gansert,
Künstler & Kunsthistoriker

Tania Raschied trägt die Liebe zu abstrakten Gemälden in sich und setzt diese in ihren Fotografien gekonnt um. Mit ihrem sicheren Gespür für außergewöhnliche Bilder werden ganz alltägliche Motive auf besondere Art in Szene gesetzt. Spuren auf Hauswänden, alte Türen, Farbspuren auf Gläsern u.v.m. erweckt das Auge der Künstlerin zu neuem Leben. Die Fotos von Tania Raschied sind ungewöhnlich, obwohl sie Gewöhn-liches darstellen. Ihre Motive sind Spuren des Lebens, die zu abstrakten Kompositionen geworden sind. Durch ihre besondere Art des Sehens verhilft uns Tania Raschied die Schönheit darin zu sehen, indem sie sie aus ihrer Umgebung herausschält und allein der Betrachtung preisgibt.

Das Erlebte gehört zu Faek Rasuls Geschichte, seinem Werden als Künstler, es beeinflusst sein Denken und Sein. Mal zeigt sich das Erlebte vordergründiger, mal taucht es im Hintergrund auf, es hinterlässt seine Spuren in all seinen Arbeiten nach 1988. Eingeritzt und eingehauen in die Wände seiner Gefängniszelle, eintätowiert in die Seele, eingekratzt in die Oberflächen seiner Bilder findet man es immer wieder. In den früheren Arbeiten wird die Botschaft der Bilder sehr unmittelbar erzählt – der Schrecken und die Sinnlosigkeit der Kriegsjahre. Später löst er sich fast gänzlich vom Gegenständlichen, zieht sich aus konkreten Räumen und Raumdarstellungen zurück, ändert den Blickwinkel, seine Perspektive. Und – seine Werke werden bunt. In diesen Phasen tauchen Zeichen, Symbole und Ziffern auf – eingeritzt und eingekratzt. Faek Rasul verwendet Dreiecke, Kreise, Kreuze, Spiralen, Augen, kleine Sonnen, auch mathematisch anmutende Formeln, für die Betrachtenden nicht verständlich, nicht auflösbare Codes – wie Faek Rasuls Erinnerungen. Es sind seine Geheimcodes und Verschlüsselungen zu seinen persönlichen Erinnerungen – schöne, wie etwa aus seiner Kindheit sowie schmerzvolle, aus Zeiten des Krieges. Wie eine künstlerische Handlungsmatrix breiten sich diese Erlebnisse über seine Arbeiten aus und erlauben ihm die Kontrolle über seine Vergangenheit und seine Erinnerungen.

Eintritt frei

Die Ausstellung ist bis zum 13.11.2016 zu besichtigen.

Offenes Haus Oberwart, Lisztgasse 12, 7400 Oberwart Telefon 03352-38555, www.oho.at